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30 Juni 10 - 21:58Wie man falsch neu baut

Bei einem Hausneubau bestünde die Gelegenheit, das Heizsystem optimal auf die Wärmepumpe abzustimmen, und das ohne nennenswerte Mehrkosten bzw. in manchen Fällen sogar mit Minderkosten. Erstaunlich ist jedoch, dass bei manchen Neubauten offenbar wenig Wert darauf gelegt wird.
Zwei Beispiele aus unserer Nachbarschaft:
Ein kleines Mehrfamilienhaus mit Ersonden Heizung wurde gebaut. Soweit so gut. Jedoch wurde die Fussbodenheizung mit Rohrabständen von 20 cm gebaut! Dies ist absolut nicht mehr zeitgemäss. Heute sind Niedertemperatur FBH Stand der Technik, die nicht mehr als 30 °C Vorlauf benötigen und sich selbst regeln. Dazu sind aber Abstände von 5 - max 10 cm nötig. Die Mehrkosten sind nicht gewaltig. Im Mehrfamilienhaus baut man aber lieber billig, die Zeche zahlt ja der Mieter wenn die WP nicht optimal läuft, die Investition hingegen der Vermieter. Der Mieter merkt es auch nicht, denn die Wärmepumpe ist sowieso verbrauchsarm. Dass es mit wenigem Aufwand noch besser gegangen wäre weiss er meist nicht.
Bei einem weiteren Mehrfamilienhaus ist auch eine Sole Wärmepumpe mit Fussbodenheizung geplant. Im Rohbau steht schon die Wärmepumpe verpackt im Keller. Daneben ein Pufferspeicher! Wozu soll ein Pufferspeicher gut sein bei einer Wärmepumpe mit Fussbodenheizung? Im Altbau mit Radiatoren kann man darüber streiten, da ist es in manchen Fällen nötig einen Speicher einzusetzen aufgrund der sehr geringen Speichermasse. Eine Fussbodenheizung hat jedoch eine mehrfache Speichermasse. Der Puffer verglichen dazu nur noch eine vernachlässigbar kleine. Was der Puffer vor allem bringt ist eine Anhebung der Vorlauftemperatur der Wärmepumpe, Abstrahlverluste und vor allem mehr Investitionskosten. Also Verluste auf der ganzen Linie.
Puffer mit Fussbodenheizung werden nur benötigt wenn ein weiterer Wärmeerzeuger eingebunden werden soll (Solaranlage, Kachelofen etc..) oder Kreise mit unterschiedlichem Temperaturniveau bestückt werden sollen. Ist letzteres im simplen neu gebauten Haus der Fall, wurde in den meisten Fällen bei der Heizung etwas nicht richtig geplant.

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12 Juni 10 - 09:57Kühler Frühling verbessert Jahresarbeitszahl

Ein kühler Frühling wie im 2010 (zumindest verglichen mit den sehr warmen Frühling vom Vorjahr) hat auch seine guten Seiten. Er verbessert die Arbeitszahl. Wie kann das sein? Sollte nicht wärmer = besser sein?
Kühl ist relativ. Im Frühling bedeutet das verglichen mit dem Winter schon warm. Die Heizung läuft also mit niedriger Vorlauftemperatur und damit besserer Arbeitszahl. Je wärmer es aber wird, desto weniger Heizenergie wird benötigt. Warum war denn die JAZ im 2009 nicht höher trotz des noch wärmeren Frühlings? Die Arbeitszahl war zwar im 2009 im Frühling höher als im 2010, jedoch auch der Verbrauch tiefer. Daher fällt die bessere Arbeitszahl weniger ins Gewicht gegenüber dem Winter mit hohem Verbrauch. Ideal für eine gute JAZ ist also eine Saison mit wenig Temperaturschwankungen: Milder Winter, kühler Frühling/Herbst.
Ein anderes Beispiel: Ein Tag mit 10°C und einer mit 0°C benötigen etwa gleich viel Heizenergie wie zwei Tage mit 5°C. Die Arbeitszahl ist im ersten Fall hingegen tiefer, da viel Energie mit schlechter AZ bei 0°C und wenig mit guter AZ bei 10 °C benötigt werden.
Trotzdem sollte man nicht jubeln. Denn die höhere Arbeitszahl kam nur durch höheren Verbrauch zu Stande und nicht durch Verbesserung des Heizsystems. Wenn man also an der Wärmepumpe herum schraubt um die Effizienz zu verbessern, sollte man den Witterungsverlauf nicht ausser acht lassen. wie sich an dem Beispiel zeigt, wurde die Anlage zwar 'besser', aber ohne dass daran etwas optimiert wurde. Zudem, die hohe Arbeitszahl ging auf Kosten eines höheren Verbrauchs. Schlussendlich ist dieser entscheidend für die Betriebskosten und nicht direkt die Arbeitszahl.

Autor: Jan - Kategorie: Anlage - Keine Kommentare / Keine Trackbacks - §